Wenn Sie aus dem Schlafzimmer Ihrer Hütte blicken, sehen Sie blauen Himmel, schneebedeckte Gipfel und im Wasser schwimmende Fische.
Sie hören Seemöwen und das Meer, das um festgemachte Boote schwappt. Träumen Sie? Oh nein, Sie sind hellwach.
Ihren Urlaub in einer Fischerhütte - oder rorbu, wie es auf Norwegisch heißt – zu verbringen ist ein Erlebnis der besonderen Art: Sie wohnen in einem kleinen, traditionsreichen Fischerdorf mit altem Kulturgut, das noch immer am Leben gehalten wird.
Der Ausdruck „Rorbu“ setzt sich aus den norwegischen Begriffen ro (rudern) und bu (leben) zusammen. Diese gemütlichen Gebäude direkt am Wasser - in der Regel rot oder ockerfarben angestrichen - sind ein Hauptmerkmal entlang der gesamten norwegischen Küste, vor allem aber in Nordnorwegen und Trøndelag.
Gehen Sie angeln
So mitten in der Natur gelegen sind diese Hütten ein perfekter Ausgangspunkt für die Erkundung der Umgebung. Sie können in den Bergen wandern gehen, im Fjord baden oder die Natur vom Fahrradsattel aus erobern. Und natürlich haben Sie unzählige Angelmöglichkeiten – ob allein oder als Teil der „Crew“ auf einem der lokalen Fischerboote.
Die Geschichte der Fischerhütten
Über Jahrhunderte hinweg reisten Männer tage- und teilweise sogar wochenlang in offenen Ruder- oder Segelbooten, um am riesigen Dorschfang auf den Lofoten teilzunehmen. So wurden natürlich Unterkünfte benötigt. Es gibt wenige gesicherte Erkenntnisse darüber, wie diesem Bedarf in den ersten Jahrhunderten des Lofotenfanges begegnet wurde. Die alten Sagas aber erzählen uns, dass König Øystein schon im frühen 12. Jahrhundert entschied, Fischerhütten für die die Lofoten besuchenden Fischer bauen zu lassen. Hieraus wird deutlich, welch große ökonomische Rolle die Fischerei für Norwegen schon zu einem so frühen Zeitpunkt spielte.
Heutiger Gebrauch und Modernisierung
Um 1960, als Hunderte von Fischerhütten das ganze Jahr über leer standen und viele durch Winterstürme beschädigt waren, begann man einige der besseren Hütten an Touristen zu vermieten. Die Zahl der Urlauber, die gerne in solchen Fischerhütten übernachten wollten, stieg stetig an. So setzen immer mehr Besitzer ihre Hütten in Stand und modernisierten.
Die Teile der Fischerhütten, die früher zum Lagern der Geräte dienten, wurden wärmegedämmt und zu kleinen Bädern oder zusätzlichen Schlafzimmern umgebaut. Fast alle Fischerhütten werden als Selbstversorger-Unterkünfte vermietet und verfügen über eine kleine Küche, in der Sie Ihr eigenes Essen zubereiten können. Die Einrichtungsstandards und Größen variieren stark, da einige Fischerhütten sehr alt sind, andere hingegegen ganz neu.
Wenn Sie bereit sind, ein wenig mehr für Ihre Unterkunft zu bezahlen, können Sie eine Fischerhütte mit allen modernen Annehmlichkeiten und sogar einem holzgefeuerten Badezuber unter freiem Himmel mieten.
Preise
Sie bezahlen immer pro Fischerhütte, nicht pro Person.
Eine Fischerhütte mit zwei Schlafzimmern ist ab 600 NOK (ca. Euro 75) pro Tag zu mieten. Für Bettwäsche und Handtücher muss in der Regel separat gezahlt werden.
Zuletzt aktualisiert am: 2008-08-05