Norweger sind angeblich mit Skiern an den Füßen geboren, und tatsächlich gibt es in nur wenigen Nationen leidenschaftlichere Skifahrer als in Norwegen. Norwegens Erfolge bei den Olympischen Winterspielen sind konkurrenzlos – das Land hat 303 Medaillen geholt (107 Mal Gold, 106 Mal Silber und 90 Mal Bronze). Während der Langlauf die am häufigsten ausgeübte Wintersportart ist, erfreuen sich auch Skifahren und Snowboarden großer Beliebtheit. Ein Winterurlaub in Norwegen ist jedoch viel mehr als nur Skifahren: Fahrten mit dem Hundeschlitten und Schneemobil sowie Sportarten auf dem Eis, darunter Eisklettern, Eislaufen oder sogar Eisfischen, runden das Angebot ab.
Ideen für Storys
- Norwegen, die Wiege des Skisports
- Langlauf in Norwegen
- Skifahren in Norwegen
- Snowboarden in Norwegen
- Extremskifahren und Snowboarden in Norwegen
- Skifahren direkt vor der Stadt
- Snowkiting in Norwegen
- Winter ohne Ski
Norwegen, die Wiege des Skisports
Norwegen war das erste Land, in dem Skifahren als Sport angesehen wurde. Norweger fahren seit mehr als 4.000 Jahren Ski. Im Gegensatz zu früher, als Ski zum Transport benutzt wurden, fährt man heute nur noch zum Spaß. In den 1870er Jahren revolutionierte Sondre Norheim aus Morgedal in der Telemark das Skifahren und führte eine neue Disziplin ein: das Telemarken.
Norheim entwickelte die Fersenbindung, durch die Skifahrer wenden und springen konnten, ohne dabei die Ski zu verlieren. Die Ski Norheims hatten eine schmale Mitte und wurden zum Prototyp für alle späteren Variationen. Morgedal wurde daher zur Wiege des Skisports erklärt und war der logische Ort für das Entzünden der Olympischen Fackel vor den Olympischen Winterspielen in Lillehammer 1994.
Langlauf in Norwegen
Langlauf ist Norwegens Volkssport und eine der populärsten Traditionen. Auf Langlaufski lässt sich das Land inklusive der beeindruckenden und unberührten Landschaft besonders gut erkunden. Jede Kommune präpariert im Winter Loipen, von denen einige auch nachts beleuchtet werden. Familien mit kleinen Kindern sind kein ungewöhnlicher Anblick auf diesen Loipen – sogar zukünftige Champions müssen klein anfangen. Langläufer wie Marit Bjørgen und Petter Northug, die beide eine beeindruckende Anzahl von Medaillen und Pokalen gewinnen konnten, genießen Promi-Status. Fernsehübertragungen von Langlaufrennen sind sehr beliebt. Der klassische Stil und der Skating-Stil sind die beiden vorherrschenden Stile.
Skifahren in Norwegen
Die norwegische Skisaison dauert normalerweise sechs Monate und bietet durchgängig gute Schneebedingungen. Die Skigebiete öffnen meist im November. Der Schnee bleibt bis in den April meist weich, pulvrig und tief. Erstbesucher sind in der Regel von den schnellen und effizienten Liftanlagen sowie den eher kurzen Warteschlangen beeindruckt. Moderne Skiausrüstung kann ausgeliehen werden. Skifahren in Norwegen ist weder eine modische Marotte noch ein Massenerlebnis. Die relativ geringe Größe der norwegischen Skigebiete sorgt für einen entspannten Urlaub. Trysil ist Norwegens größtes Skigebiet, mit 39 Liften und 71 Kilometern an Pisten. Das vielseitige Hemsedal ist ein weiterer Favorit und verfügt über 24 Lifte, 51 Pisten und Aktivitäten für alle Altersgruppen. Hafjell, Geilo und der Oslo Winterpark sind ebenfalls beliebt.
Snowboarden in Norwegen
Der Snowboard-Park Vierli in der Telemark, Südnorwegen, wird von vielen als der beste Norwegens angesehen. Er wurde bei den Norwegischen Snowboard Awards im Jahr 2010 zum "Resort des Jahres" gewählt und 2011 erneut nominiert. Die Norwegische Snowboard-Meisterschaft NM 2012 wurde hier ausgetragen. Der Gewinner des Snowboard-Awards 2011 war Ringkollen, ein winziger Ort 60 Kilometer nordwestlich von Oslo. Die Anlage ist sehr beliebt bei jüngeren Snowboardern. Im Jahr darauf ging der Preis an den Oslo Winterpark, der 2012 Ausrichter der World Snowboarding Championships (WSC) war. Ein großer Funpark für Snowboarder findet sich außerdem in Trysil, Norwegens größtem Skigebiet.
Extremskifahren und Snowboarden in Norwegen
Hemsedal ist das zweitgrößte Skigebiet Norwegens und bietet hervorragende Möglichkeiten für das Snowboarden abseits der Piste. Von den internationalen Snowboard-Medien wurde der Ort zum "besten Funpark der Welt" gekürt. Auch die Lyngenalpen bei Tromsø gelten als Eldorado für Fans des Pulverschnees. Extremskifahren ist auch auf den Lofoten beliebt – hier beginnen Ski-Expeditionen oft mit einer Bootsfahrt zu den entlegensten Teilen der Inseln.
Snowkiting
Snowkiting ist die neueste Sportart für Adrenalinsüchtige in Norwegen. Zu den besten Übungsplätzen gehört Varanger in der Finnmark, Nordnorwegen, wo die Snowkiting-Weltmeisterschaft 2005 ausgetragen wurde. Ebenso empfehlenswert ist die Hochebene Hardangervidda. Die Weltcup-Arena gehört zu den besten Snowkiting-Plätzen der Welt und bietet ausgezeichnete Bedingungen für Anfänger wie Profis. In Ostnorwegen ist das Bergdorf Geilo populär, wo Weltcuprennen und Weltmeisterschaften im Snowkiting abgehalten wurden.
Skifahren direkt vor der Stadt
Kaum ein anderes Land der Welt kann Skigebiete direkt bei den Städten bieten. Loipen durchkreuzen die ganze Nordmarka, einen riesigen Wald nördlich von Oslo, während der Oslo Winterpark ideal für das Skifahren und Snowboarden ist. Beide sind einfach vom Stadtzentrum Oslos mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Bergen bietet unzählige Kilometer an Loipen im Gebirge rund um die Stadt – das gleiche gilt auch für viele andere norwegische Städte. Kongsberg im Süden und Narvik im Norden liegen ebenfalls nahe an ausgezeichneten Skigebieten.
Winter ohne Ski
Norwegen-Besucher finden im Winter auch zahlreiche andere Möglichkeiten abseits sportlicher Aktivitäten. Spaß im Schnee ist nicht nur mit Ski oder Snowboard verbunden, sondern auch mit Schnee- und Schlittschuhen. Eislaufen ist eine beliebte Winteraktivität, da in Norwegen viele Seen zufrieren und sich in riesige Open-Air-Eisbahnen verwandeln. Die meisten Städte und Gemeinden bieten auch Kunsteisbahnen. Touren mit dem Hundeschlitten und dem Schneemobil sind beliebte Möglichkeiten, um das Winterland Norwegen zu erkunden. Hundeschlittenfahrten sind vielerorts möglich, während Schneemobile vor allem im Norden eingesetzt werden. Zu den weiteren Winteraktivitäten gehören Eisklettern (in Rjukan in der Telemark gibt es jeden Februar ein beliebtes Eiskletterfestival), Eisfischen, Rodeln (Korketrekkeren, Oslos "Korkenzieher-Hügel" ist legendär dafür) und gelegentliche Golfturniere auf Schnee und Eis. Für viele Urlauber ist der Höhepunkt einer Winterreise nach Norwegen aber die Jagd nach dem Nordlicht im arktischen Norwegen – ein tolles Erlebnis, das leicht mit der ein oder anderen genannten Aktivität kombiniert werden kann.
Winterfestivals
- Rentier-Rennen, Tromsø und Finnmark (Februar bis Ostern)
- Rorøsmartnan, riesige Wintermesse in der UNESCO-Welterbestadt Røros (Februar)
- Eismusikfestival, bei dem alle Instrumente aus Eis geschnitzt sind, Geilo (Januar oder Februar)
- Eiskletterfestival, das einzige Festival dieser Art in Norwegen, Rjukan (Februar)
- Nordlichtfestival, Tromsø (Januar bis Februar)
- Holmenkollen-Festival, das Highlight der Wintersport-Saison versammelt tausende Skifans in Oslo (März)
- Birkebeinerrennet, ein historisches Langlaufrennen von Rena nach Lillehammer (März)
Interessante Fakten
Lillehammer war erfolgreicher Gastgeber der Olympischen Winterspiele 1994. Diese wurden für das Land auch auf sportlicher Ebene zu den besten Olympischen Winterspielen der Geschichte. Norwegen stand auf heimischem Boden an der Spitze des Medaillenspiegels und gewann 26 Medaillen, davon 10 Mal Gold.
Die meisten Menschen assoziieren Skifahren mit Winter, doch in Norwegen ist Skifahren auch im Sommer möglich. Stryn, Galdhøpiggen und Folgefonna sind die drei größten Sommerski-Zentren.
Es gibt 2.600 Kilometer Loipen rund um Oslo.
Die neue Skisprunganlage Holmenkollen wurde von den Architekten JDS entworfen und 2011 eröffnet. Der Hügel wurde 19 Mal seit 1892 wieder aufgebaut. In der Schanze befindet sich das weltweit älteste Skimuseum. Es präsentiert die 4.000-jährige Geschichte des Skisports und stellt Gegenstände der Polarforschung aus.
Korketrekkeren (wörtlich "der Korkenzieher") ist eine 2,5 Kilometer lange Rodelbahn von Frognerseteren bis zur U-Bahnstation Midtstuen in Oslo. Korketrekkeren bietet einen Höhenunterschied von 255 Metern und ist bei einheimischen Rodelfans beliebt. Die Bahn wird in der Wintersaison jeden Morgen präpariert.