Das Nordkap, Europas nördlichster Punkt, ist für viele Urlauber ein Sehnsuchtsziel im arktischen Norwegen. Dabei ist das Überschreiten des nördlichen Polarkreises nur der erste Schritt auf dem langen Weg in den Norden. Die Region hat Außergewöhnliches zu bieten, ob man nun auf der Suche nach dem Nordlicht ist oder die Mitternachtssonne erleben will, ein Wildlife-Fan ist oder begeisterter Golfer, auf einer Kreuzfahrt die Küste erobert oder auf dem Landweg. Besucher können im Tromsø Golfpark eine Partie Golf auf dem nördlichsten Golfplatz der Welt spielen. Sie können auf Riesenkrabben-Safari in Kirkenes gehen, Fahrten mit dem Hundeschlitten oder dem Schneemobil in Lappland machen oder gar die Reise des Lebens nach Spitzbergen und zu den Eisbären in ihrem natürlichen Lebensraum antreten. Wie die ersten Polarforscher, die vor langer Zeit in das arktische Norwegen reisten, werden Urlauber von diesem faszinierenden Reiseziel beeindruckt sein.
Ideen für Storys
- Das Nordlicht
- Die Mitternachtssonne
- Svalbard
- Berühmte norwegische Polarforscher
- Kreuzfahrten im arktischen Norwegen
- Golf spielen im arktischen Norwegen
- Wildlife-Safaris
- Samische Kultur
Das Nordlicht
Einmal das Nordlicht, wissenschaftlich Aurora Borealis genannt, sehen – das ist der Traum vieler Norwegen-Reisenden. Das einzigartige Naturphänomen kann man vor allem im arktischen Norden sehr gut beobachten.
Die Lichter erscheinen am häufigsten im Spätherbst sowie im Winter und Frühjahr zwischen der Herbst- und Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche. Die beste Reisezeit ist zwischen Dezember und März. Ab Dezember wird das Wetter trockener und es fällt viel Schnee – eine gute Zeit, um das Nordlicht an atmosphärisch aufgeladenen Abenden und sehr kurzen Tagen zu erleben. Ab Februar werden die Tage länger. Dann sehen Reisende mehr von den schneebedeckten Landschaften, während die Abende noch ausgezeichnete Chancen bieten, das Nordlicht zu erkennen.
Das trockenste Wetter mit klarem Himmel herrscht im Landesinneren. Daher bieten sich dort statistisch die besten Chancen, das Naturschauspiel zu erleben. Bei starkem Ostwind kann es an der Küste jedoch klarer sein als im Landesinneren. Vollmond und stark beleuchtete Orte wie Städte sollten vermieden werden, da die Erscheinung dort deutlich verblasst.
Die Mitternachtssonne
Beinahe ebenso beliebt wie das Nordlicht ist bei Reisenden die Mitternachtssonne. Sie kann im Sommer überall oberhalb des Polarkreises, wie der 66. Breitengrad auch genannt wird, beobachtet werden. Die langen Sommernächte in Norwegen begeistern Einheimische übrigens genauso wie Besucher.
Oberhalb des Polarkreises geht die Sonne in den Sommermonaten nicht unter. Bei schönem Wetter sieht man die Sonne ununterbrochen 24 Stunden lang. Die Dauer der Mitternachtssonnen-Saison hängt davon ab, wie weit nördlich man ist. Am Polarkreis im Bezirk Nordland scheint die Mitternachtssonne vom 12. Juni bis zum 1. Juli. Am Nordkap in der Finnmark lässt sich das Phänomen vom 14. Mai bis zum 29. Juli beobachten. Am Nordpol geht die Sonne sechs Monate lang nicht unter.
Svalbard
Im Arktischen Ozean, auf halbem Weg zwischen Norwegen und dem Nordpol, liegt die Inselgruppe Svalbard. Sie ist einzigartig und zieht Naturliebhaber aus der ganzen Welt an. Hier entdeckt man die wahre, unberührte arktische Wildnis. Das sensible Ökosystem ist die Heimat von Eisbären und Svalbard-Rentieren, von Polarfüchsen, Walrossen, Robben und zahlreichen Vogelarten.
Im Winter sind Aktivitäten wie Eishöhlenwanderungen, Schneemobil-Safaris, Langlauf- und Hundeschlittentouren beliebt, während Vogelbeobachtungen, Kreuzfahrten und Wanderungen (einschließlich Gletscherwanderungen) im Sommer hoch im Kurs stehen. Ein Besuch einer der alten Minen-Siedlungen auf Svalbard ist in jeder Saison möglich.
Berühmte norwegische Polarforscher
Auf einer Reise in das arktische Norwegen tritt man in die Fußstapfen von mehreren berühmten norwegischen Polarforschern. Roald Amundsen war der erste Mensch der Geschichte, der den Südpol erreichte – er schlug seinen britischen Rivalen Robert Scott am 14. Dezember 1911. Eine bemerkenswerte Leistung, die Amundsen sofortigen Ruhm brachte und Norwegen international bekannt machte. Amundsen war auch der erste Mensch, der die Nordwestpassage durchquerte und den Arktischen Ozean überflog.
Ein weiterer berühmter Polarforscher war Fridtjof Nansen, der erste Mensch, der Grönland auf Skiern durchquerte und auf der Fram-Expedition 1893-1896 in die Nähe des Nordpols kam. Nansen war auch für sein politisches Engagement bekannt und erhielt 1922 den Friedensnobelpreis. Børge Ousland, der die Antarktis über eine Distanz von 2.845 Kilometern in etwas mehr als zwei Monaten im Winter 1996-1997 allein durchquerte, stammt ebenso aus Norwegen wie Erling Kagge, der als Erster die beiden Pole und den Gipfel des Mount Everest besuchen konnte.
Kreuzfahrten im arktischen Norwegen
Das arktische Norwegen lässt sich besonders gut auf einer Kreuzfahrt entdecken. Zu den Höhepunkten einer Reise in den Norden Norwegens gehören eine Überquerung des Polarkreises nördlich von Mo i Rana bei 66 ° 33 '44 ", sowie ein Besuch des Nordkaps, Europas nördlichstem Punkt bei 70 ° 58'41 "N 25 ° 58'29" E. Hurtigruten, die norwegische Postschifflinie, folgt der Küste von Bergen bis nach Kirkenes im arktischen Norwegen. Stationen auf dem Weg sind die Inseln der Lofoten und Vesterålen, Tromsø, Hammerfest und Bodø. Das tägliche Landausflugsprogramm ermöglicht es, die jeweiligen Regionen zu erkunden. Man kann zum Beispiel auf eine Königskrabben-Safari in Kirkenes gehen, an einem Wikingerfest im Lofotr Wikingermuseum auf den Lofoten teilnehmen oder eine Tour mit Hundeschlitten und Schneemobil in Lappland machen.
Kreuzfahrten nach Svalbard werden von mehreren Veranstaltern angeboten (einschließlich Hurtigruten). Während dieses einzigartigen Abenteuers erreichen die Reisenden deutlich weiter entfernte Gebiete von Svalbard und kommen der Tierwelt sehr viel näher als auf dem Landweg.
Golf spielen im arktischen Norwegen
Die ganze Nacht lang Golf spielen – im arktischen Norwegen ist das kein Problem. Im Schein der Mitternachtssonne Golf zu spielen, ist bei Touristen sehr beliebt. In der arktischen Region liegen erstklassige Golfplätze nur einen Steinwurf vom Ozean und der wilden Natur entfernt. Durch das wechselhafte Tageslicht ist die Abschlagzeit ein unverwechselbares Erlebnis.
Knapp außerhalb von Tromsø liegt der Tromsø Golfpark, der nördlichste 18-Loch-Golfplatz der Welt. In Lakselv befindet sich Banak Golf Links, der nördlichste Neun-Loch-Golfplatz der Welt. Auf halbem Weg zwischen Svolvær und Leknes befindet sich auf der Insel Gimsøy Lofoten Golf Links. Die Neun-Loch-Anlage dürfte landschaftlich ihresgleichen suchen. Sie ist umgeben von den schroffen Gipfeln der Lofoten und dem weiten Ozean. Über 18 Löcher verfügt der Narvik Golfklubb in Skjomendalen.
Wildlife-Safaris
Naturliebhaber werden im arktischen Norwegen verwöhnt, denn die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sorgt für unvergessliche Begegnungen. Die Region verfügt über eine große Artenvielfalt und viele der Arten sind in der Arktis einzigartig. Dabei kann jeder Besucher soviel Natur erleben, wie er will: von der flüchtigen Begegnung mit Wildtieren bis zum stundenlangen Beobachten von Vögeln aus einem sicheren Versteck heraus. Zu den Höhepunkten zählen Seeadler-Safaris auf den Lofoten, Walbeobachtungen vor den Vesterålen, Vogelbeobachtung (darunter Papageientaucher) in Varanger oder Røst sowie Eisbären- und Walrosse-Safaris in Svalbard.
Samische Kultur
Die ersten Samen kamen vor etwa 11.000 Jahren in Nordskandinavien an. Ihr Leben richtete sich am Kreislauf der Natur aus, sie lebten in Zelten (Lavvo) und Torfhütten und folgten den Rentieren. Auch heute ist die Rentierzucht von zentraler Bedeutung für die Kultur der Samen und wichtig für ihre Versorgung. Sie nutzen die Tiere zum Transport und verarbeiten Fleisch und Fell. Moderne Vergnügungen wie Schlittenfahrten mit Rentieren kommen hinzu und sind etwa in der Finnmark ein beliebter Zeitvertreib im Winter. Die erste Begegnung mit der samischen Kultur findet für die meisten Reisenden aber oft am Straßenrand statt. Die Samen verkaufen Souvenirs, beispielsweise bunte Trachten, Schuhe und Hüte, Rentierfelle, Messerund kunsthandwerkliche Erzeugnisse – ein alltägliches Bild im arktischen Norwegen. Karasjok ist die norwegische Hauptstadt der Samen und Heimat des samischen Parlaments, eines samischen Themenparks sowie von rund 60.000 Rentieren in den Herbst- und Wintermonaten.
Festivals im arktischen Norwegen
- Internationales Filmfestival (Tromsø, Januar)
- Nordlichtfestival, internationales Musikfestival (Tromsø, Januar – Februar)
- Polar Jazz, das weltweit nördlichste Musikfestival (Longyearbyen, Svalbard, Februar)
- Rentier-Rennen (Tromsø und Finnmark, Februar bis Ostern)
- Weltmeisterschaft im Kabeljau-Angeln (Lofoten-Inseln, März)
- Mitternachtssonnenmarathon (Tromsø, Juni)
- Kunstfestival in Nordnorwegen (Harstad, Juni)
- Riddu Riddu Festival, Sami-Musikfestival (Kålfjord, Juli)
Interessante Fakten
Es ist die Sonne, die für die das Phänomen der Aurora Borealis sorgt. Bei großen Sonneneruptionen werden riesige Mengen an Teilchen von der Sonne in das Weltall geschleudert. Wenn diese Teilchen auf das Magnetfeld der Erde treffen, richten sie sich zu einem Kreis um den magnetischen Nordpol aus und interagieren dort mit den oberen Schichten der Atmosphäre. Die dabei freigesetzte Energie ist das Nordlicht. All dies geschieht in einer Höhe von rund 100 Kilometern.
Das Nordlicht ist der Ursprung vieler Legenden. Symbole im Zusammenhang mit dem Nordlicht sind auf den schamanischen Trommeln der Samen dargestellt. Das Phänomen ist in der samischen Sprache unter verschiedenen Namen bekannt. Das Wort "Guovssahas" bedeutet etwa "das Licht, das man hören kann". Während der Wikingerzeit wurde das Nordlicht als Rüstung der jungfräulichen Walküren-Kriegerinnen gesehen, die ein seltsames, flackerndes Licht ausstrahlten.
Der Name Svalbard bedeutet "Kalte Küste" und wurde erstmals in isländischen Texten aus dem zwölften Jahrhundert erwähnt.
Longyearbyen ist das wichtigste Verwaltungszentrum Norwegens auf Svalbard. Die Gemeinde hat 2.040 Einwohner (Bevölkerung im Jahr 2008) und ist Sitz des Sysselmanns. Er ist der höchste regionale Verwaltungsbeamte und für alle auf Svalbard befindlichen internationalen Siedlungen verantwortlich. Die kleine bunte Gemeinschaft in Longyearbyen hat sich von einem typischen Dorf zu einer modernen Kommune mit verschiedenen Unternehmen und Branchen entwickelt und bietet ein breites kulturelles Spektrum.
Fast 65 Prozent der Fläche Svalbards gehört zu Schutzgebieten, darunter 3 Naturschutzgebiete, 6 Nationalparks, 15 Vogelschutzgebiete und ein geologisches Schutzgebiet.
Eisbären sind ausgezeichnete Schwimmer. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens auf Meereis und ernähren sich fast ausschließlich von Robben. Sie können bis zu acht Monate ohne Nahrung überleben und pro Jahr mehr als 5.000 Kilometer zurücklegen (zu Fuß oder schwimmend). Ausgewachsene Bären wiegen 400 bis 600 Kilogramm (Männchen mehr als Weibchen), während die Jungen bei der Geburt nur etwa 600 Gramm wiegen.
Das Svalbard Global Seed Vault (weltweiter Saatgut-Tresor) ist eine sichere Saatgutbank außerhalb von Longyearbyen. In einer unterirdischen Höhle wird eine Vielzahl von Pflanzensamen aufbewahrt. Damit sichert Saatgutbank die Vielfalt des Genmaterials. Am 10. März 2010 verfügte das Svalbard Global Seed Vault bereits über eine halbe Million Proben.
Die Polarnacht (norwegisch: "Mørketid") ist ein Phänomen, das im Winter nördlich des Polarkreises auftritt. Die Sonne bleibt – selbst am höchsten Punkt – unterhalb des Horizonts. Der Zeitraum, in dem das Phänomen sichtbar ist, wird länger, je höher man kommt. Am Nordpol dauert die Polarnacht sechs Monate. Die Rückkehr der Sonne nach den langen Wintermonaten wird im arktischen Norwegen ausgiebig gefeiert, etwa mit der Solfestuke ("Sonnenfestwoche") in Longyearbyen.