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Für Journalisten und Fotografen
Fårikål, ein bei geringer Hitze gekochtes Lamm mit Kohl und ganzen Pfefferkörnern. Ein typisches Herbstgericht in Norwegen. - Foto: Synøve Dreyer/matprat.no
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Fårikål, ein bei geringer Hitze gekochtes Lamm mit Kohl und ganzen Pfefferkörnern. Ein typisches Herbstgericht in Norwegen. Foto: Synøve Dreyer/matprat.no

Norwegische Küche

Noch hat sie keinen Ruf außerhalb der Landesgrenzen. Doch Norwegens lange kulinarische Tradition ist eine Geschichte, die erzählt werden muss.

Norwegen ist (noch) nicht als Feinschmecker-Ziel bekannt. Das sollte sich ändern, denn es gibt viel mehr zu entdecken als nur Aquavit und Räucherlachs. Beispielsweise die fantastischen einheimischen Naturprodukte: Königskrabben aus der Barentssee, Meeresfische wie Kabeljau und Heilbutt, Bio-Lamm von den Lofoten oder die leckere und nur in Skandinavien heimische Moltebeere. Daraus werden vielfältige Spezialitäten und traditionelle Gerichte für alle Jahreszeiten bereitet. Einige lokale Gerichte allerdings testen nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch die Entschlussfähigkeit: Smalahove, gesalzener und geräucherter Schafskopf etwa, ist eine Delikatesse, die nur wenige Touristen probieren. Doch die meisten kulinarischen Entdeckungen sind angenehme Überraschungen. Einige der besten Köche Europas üben in Norwegen ihr Handwerk aus. Seit vielen Jahren gehören sie weltweit zu den besten ihrer Zunft und haben beispielsweise beim renommierten Kochwettbewerb Bocuse d'Or Weltmeistertitel gesammelt.

Ideen für Storys

  • Lokale Zutaten und Spezialitäten
  • Weihnachtsgerichte
  • Aquavit
  • Husmannskost (traditionelle norwegische Hausmannskost)
  • Zehn norwegische Köche

Regionale Zutaten und Spezialitäten

Lamm und Fisch gehören zu den bekanntesten norwegischen Spezialitäten, auch wenn es viele regionale Unterschiede gibt. Zu den Lammgerichten zählen Fenalår, eine geräucherte und gewürzte Lammhaxe und das beliebte Herbstgericht Fårikål, ein bei geringer Hitze gekochtes Lamm mit Kohl und ganzen Pfefferkörnern. Auch Smalahove, gesalzener, manchmal auch geräucherter Schafskopf, ist eine Spezialität aus Fjord Norwegen.

Norwegischer Lachs ist sehr beliebt und wird seit Jahrzehnten von den besten Köchen der Welt verwendet – der ausgeprägte und delikate Geschmack macht ihn zu einer ausgezeichneten Basis für leckere Gerichte. Aber auch andere Fische sind empfehlenswert. Dazu gehört Tørrfisk (Stockfisch) – getrockneter Kabeljau, der traditionell auf den Lofoten in Nordnorwegen produziert wird. Dort wird der Fisch in den Wintermonaten an Holzgestellen in der frischen Luft zum Trocknen aufgehängt. Ebenso bekannt ist Rakfisk, eine Spezialität aus Valdres in Ostnorwegen. Der fermentierte Fisch wird roh gegessen.

Weihnachtsgerichte

Norwegens Vielzahl an traditionellen Gerichten und einheimischen Spezialitäten erlebt man vor allem in der Weihnachtszeit. Der klare Favorit ist Ribbe, gebratener Schweinebauch, der zu Weihnachten in sechs von zehn Haushalten gegessen wird. Das zweitplatzierte Gericht ist Pinnekjøtt, ein Gericht aus gesalzenen und getrockneten, manchmal auch geräucherten Lammrippen, die traditionell über den namensgebenden Birkenzweigen ("Pinne") gedämpft werden. Pinnekjøtt ist vor allem an der Westküste beliebt. Eindeutig norwegisch und für viele etwas gewöhnungsbedürftig ist Lutefisk, der auch zu Weihnachten oft gegessen wird. Dieser Stockfisch wird in Wasser und Lauge aufgeweicht, dann gekocht und manchmal auch gegrillt. Typische Beilagen sind Kartoffeln, Speck, Erbsenpüree und Senf. Obwohl man den wabbeligen Fisch traditionell in der Weihnachtszeit genießt, wird Lutefisk auch außerhalb dieser Zeit immer beliebter.

Multekrem (Moltebeeren und Schlagsahne) oder Riskrem (Reisbrei gemischt mit Sahne, angerichtet mit einer roten Beerensauce) werden oft zum Nachtisch serviert. Es folgen sieben verschiedenen Arten von Weihnachtsgebäck – so wie es die Tradition vorschreibt. Oft steht auch Kransekake (Mandel-Gugelhupf) auf dem Menüplan. Alle genannten Speisen werden von Juleøl (Weihnachtsbier) oder Aquavit (siehe unten) begleitet.

Aquavit

Norwegens Nationalgetränk ist eine auf Kartoffeln basierende Spirituose, die mit Kräutern wie Kümmel, Anis, Dill, Fenchel und Koriander gewürzt wird. Aquavit ist das bevorzugte Getränk zu einem Weihnachtsessen, kann aber das ganze Jahr über konsumiert werden. Im Sommer werden mehrere leichtere Varianten getrunken. Die berühmteste norwegischen Marke ist Linie (wörtlich: "Zeile"). Die Marke wurde so benannt, weil die Fässer zweimal den Äquator überqueren mussten, bevor der Aquavit abgefüllt und verkauft werden konnte. Inzwischen ist bekannt, dass die Spirituose bei ständiger Bewegung, hoher Luftfeuchtigkeit und wechselnden Temperaturen mehr Geschmack entfaltet und schneller reift. Die lange Schiffsreise muss der Schnaps nun nicht mehr antreten. Mehr über Aquavit erfährt man in der Løiten Brænderi, die auch als Aquavit-Museum in Løten (Hedmark) bekannt ist.

Husmannskost

Zur traditionellen norwegischen Hausmannskost (norwegisch: Husmannskost) gehören Fleischbällchen (Kjøttkaker) mit brauner Soße und Kartoffeln sowie Fischkuchen (Fiskekaker). Viele Suppen, etwa Erbsensuppe, oder Eintöpfe wie Lapskaus zählen ebenfalls dazu. Rømmegrøt, ein Brei aus natürlichem Sauerrahm mit Butter, Zucker und Zimt sowie Milchreis (Risgrøt) sind zwei weitere Klassiker.

Zehn norwegische Köche

Interessante Details der neuen norwegischen Küche können folgende Köche erzählen:
Arne Brimi: TV-Koch mit Wurzeln in den Bergen von Norwegen, setzt seit Jahren auf Zutaten seiner Region. Eigene, offene Küche in der Nähe von Lom in Jotunheimen.
Bent Stiansen: Chefkoch und Inhaber des mit Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants Statholdergaarden in Oslo. Autor mehrerer Kochbücher.
Terje Ness: Gewinner des Bocuse d'Or 1999, Küchenchef im Haga Restaurant in Bærum.
Eyvind Hellstrøm: Bis 2009 Chefkoch des berühmten Bagatelle Restaurants in Oslo, ist der mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Koch heute prominenter TV-Moderator.
Ingrid Espelid Hovig: Hat den Norwegern – so sagt man – das Kochen beigebracht. Hatte ihre eigene Kochsendung von 1970 bis 1996.
Tom Victor Gausdal: Gewinner des Gourmand Award 2005 für sein Kochbuch "Husmannskost" über traditionelle norwegische Hausmannskost.
Geir Skeie: Gewinner des Bocuse d'Or 2009. Skeie stammt aus Sandefjord, wo sein neues Restaurant, Brygga 11, im Jahr 2011 eröffnete.
Andreas Viestad: TV-Koch, repräsentiert Norwegen in den Neuen Skandinavischen Kochsendungen und ist Autor mehrerer Bücher und Zeitungsartikel. 
Esben Holmboe Bang: Chefkoch im Maaemo – das Bio-Restaurant in Oslo wurde 2012 mit zwei Sternen des Guide Michelin ausgezeichnet.
The Flying Culinary Circus: Vier norwegische Köche reisen um die Welt.

Nächste Termine

Skrei-Saison: Arktischer Kabeljau von den Lofoten, eine begehrte Delikatesse, steht zwischen Januar und März auf den Speisekarten.
Cherry Festival: Vogelkirschen-Blüte in Hardanger (Juni)
Gladmat Festival: Norwegens größtes kulinarisches Festival (Stavanger, Juli)
Trøndersk Gourmet-Festival, Trondheim (Juli)
Ålesund Gourmet-Festival (Ende August)
Mandal Meeresfrüchte-Festival (August)
Lofoten International Stockfisch-Festival (Henningsvær, September)
Königskrabben-Festival (Varanger, September/Oktober)
Fårikål-Tag traditionell der Tag, an dem Norwegens berühmter Eintopf aus Lamm und Kohl im ganzen Land gegessen wird (letzter Donnerstag im September)
Matstreif Festival: großes Gourmet-Festival (Oslo, September)
Rakfisk Festival: der Ort, um Rakfisk zu probieren (Valdres, November)
Julebord: Restaurants in ganz Norwegen servieren traditionelle norwegische Weihnachtsgerichte (November/Dezember).

Interessante Fakten

Brunost (wörtlich: "Braunkäse") ist ein norwegischer Käse, der süß-säuerlich mit einem Hauch von Karamell schmeckt. Er wird traditionell mit einem Käsehobel in hauchdünne Scheiben geschnitten und auf Brot, Toast oder Knäckebrot gegessen.

Norweger essen jedes Jahr zur Weihnachtszeit 5.000 Tonnen Schweinebauch (Ribbe). Das entspricht etwa 200.000 Schweinen.

Der Bocuse d'Or ist einer der weltweit renommiertesten Kochwettbewerbe und findet alle zwei Jahre in Lyon (Frankreich) statt. Vier norwegische Köche haben seit 1987 den Bocuse d'Or gewonnen. Nur Frankreich hat mit fünf Siegern mehr Titel gewonnen.

Hardanger ist bekannt für seine Obstgärten. Für viele Besucher der Region ist die spektakuläre Obstblüte im Frühjahr die Hauptattraktion. Etwa 40 Prozent des norwegischen Obstes kommt aus Hardanger. Rund 80 Prozent der gesamten norwegischen Kirschproduktion kommt aus der Region.

Seit Jahrhunderten kommen Fischer und Angler aus ganz Norwegen und Europa zwischen Januar und März auf die Lofoten-Inseln, um am traditionellen Kabeljaufischen teilzunehmen. Während der Wintermonate schwimmen die großen Kabeljaubestände aus der Barentssee in den Süden. Sie laichen entlang der Küste an den vorgelagerten Inseln. Das Meer wimmelt dann nur so von Fischen. Skrei, der arktische Winterkabeljau, ist in Norwegen eine beliebte Delikatesse.

In Stavanger zieht das Gladmat, das größte kulinarische Festival Skandinaviens, jeden Sommer rund 250.000 Besucher an.

In Kirkenes (Finnmark) können die Besucher an einer Königskrabben-Safari teilnehmen und die roten Riesen im Laufe des Tages selbst fangen, bevor diese dann zum Abendessen serviert werden.

Die Osloer Mathallen, ein brandneues Gebäude, beherbergt rund 30 einzigartige Lebensmittelläden und Restaurants und wurde im Oktober 2012 in einer umgebauten Fabrikhalle im Stadtteil Vulkan eröffnet. Hier finden Oslos Gourmets die größte Vielfalt an deutschen, spanischen, italienischen, französischen und asiatischen Speisen sowie norwegische Produkte erstklassiger Qualität.

Waffeln sind in Norwegen traditionell beliebt. Im Gegensatz zur belgischen Version sind norwegische Waffeln rund, weich, flockig und passen in die Hand, wenn sie gefaltet werden. Meist werden sie mit Marmelade (Erdbeere, Himbeere oder Heidelbeere) und Sahne oder braunem Käse gegessen.

In den letzten Jahren wurden etliche norwegische Kleinbrauereien gegründet. Viele produzieren ausgezeichnete Biere und bieten eine interessante Alternative zu den am Massenmarkt produzierten und in den Supermärkten angebotenen Biermarken. Zu den beliebtesten Marken zählen Nøgne Ø in Grimstad und Ægir in Flåm.

Man sollte auf die Qualitätsbezeichnung "Norwegian Foodprints" achten, wenn man in Norwegen essen geht. Das signalisiert Hausmannskost mit norwegischen Zutaten und regionaler Raffinesse.

Zuletzt aktualisiert:  27.4.2013
Essen bei Frognerseteren in Oslo, Norwegen - Foto: CH/www.visitnorway.com
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Geräuschertes Fleisch und Würste auf norwegische Art - Foto: Morten Brun/www.visitnorway.com
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Norwegische Meeresfrüchte - Foto: CH/www.visitnorway.com
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Norwegische Riskrem, eine typisch norwegische Nachspeise - Foto: Eva Brænd/Opplysningskontoret for kjøtt
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Meeresfrüchte essen in einem Restaurant in Oslo, Norwegen - Foto: Nancy Bundt/www.visitnorway.com
Meeresfrüchte essen in einem Restaurant in Oslo, Norwegen
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Fårikål, ein bei geringer Hitze gekochtes Lamm mit Kohl und ganzen Pfefferkörnern. Ein typisches Herbstgericht in Norwegen. - Foto: Synøve Dreyer/matprat.no

Norwegische Küche

Noch hat sie keinen Ruf außerhalb der Landesgrenzen. Doch Norwegens lange kulinarische Tradition ist eine Geschichte, die erzählt werden muss.

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Quelle: Visitnorway