Text: Sonja L. Birch-Olsen
Åsmund bereitet eine kleine Gruppe Touristen aus England, den USA und Norwegen auf eine Wanderung und kleinere Eiskletterpartien auf dem Gletscher Folgefonna in Hardanger vor.
Die Gruppe ist ein wenig nervös, viele von ihnen haben noch nie einen Fuß auf einen Gletscher gesetzt, geschweige denn Eisklettern ausprobiert. Arvind Dorai aus den USA und seine Freundin Ingrid Elise L. Rekaa aus Norwegen, zwei der Teilnehmer, sind sehr aufgeregt und hören aufmerksam allem zu, was Åsmund zu sagen hat.
- Ich bin das erste Mal auf einem Gletscher, es wird bestimmt interessant und ziemlich cool werden, meint Arvind.
Einen Gletscher zu überqueren erfordert Erfahrung und eine entsprechende Ausrüstung. Bevor die Teilnehmer also loslegen können, muss Åsmund Sicherheitshinweise geben und erklären, wie man sich auf einem Gletscher zu verhalten hat.
- Lauft langsam und breitbeinig, tut so, als seid ihr ein o-beiniger Cowboy. Und versichert euch, dass das Seil hinter euch nicht auf dem Boden hängt, erklärt Åsmund.
Eine weiße Wüste
Nach der Sicherheitslektion ist es an der Zeit für die Gruppe, sich auf den Weg zu machen. Startpunkt ist das Folgefonna Sommerskicente, in einer Höhe von 1200 Metern, von dort aus geht es eine knappe Stunde leicht bergauf. Schließlich erreichen sie dann den Gletscher, eine atemberaubende weiße Wüste, stellenweise von blauem und türkisem Eis durchzogen.
Zusammengebunden - mit Åsmund vorweg - und bewaffnet mit Eispickeln, wagen sich die Entdecker auf den Gletscher, der sich insgesamt über eine Fläche von 203 km2 erstreckt und damit der drittgrößte Gletscher des norwegischen Festlandes ist.
Vom Gipfel des Gletschers in einer Höhe von 1400 Metern hat die Gruppe einen tollen Ausblick auf die Hochgebirgsebene Hardangervidda, aber auch auf den Sognefjord im Osten sowie die Nordsee und den Hardangerfjord im Westen. Im Süden können die Teilnehmer die zerfurchten Berge der beeindruckenden Rosendalalpen bewundern.
Die Gletscherwanderung führt uns sowohl über ruhiges, flaches Eis, als auch über Gebiete mit anspruchsvollerem geklüftetem Eis. Während der gesamten Tour versorgt uns Åsmund mit interessanten Informationen über den 1000 Jahre alten Gletscher, der in ständiger Veränderung ist. In der Mitte des blauen Eises, können diejenigen, die wollen, sich am Eisklettern probieren.
Wohlbehalten am Sommerskicenter zurück, ist sich die Gruppe einig, dass es ein gelunger Trip war, der es ihnen ermöglichte, die Kontraste zwischen Sommer und Winter innerhalb nur eines Tages zu erleben. Arvind und Ingrid Elise sind rundum zufrieden mit der Wanderung und ihrer Leistung.
- Das Eisklettern war der beste Teil. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ist auch für Anfänger wie mich geeignet, grinst Arvind.
Fakten
Folgefonni Breførarlag bietet verschiedene Touren von 3 bis 6 Stunden an. Buchen Sie vorab oder direkt im Skicenter, je nach Verfügbarkeit.
Wer kann mitmachen
Die Gletscherwanderung ist geeinget für jeden, der sich in normaler guter körperlicher Verfassung befindet und älter als 7 Jahre ist. Die Tour wird den individuellen Wünschen und Fähigkeiten der Gruppe angepasst.
Kleidung/Ausrüstung
Da der Folgefonna bis in eine Höhe über 1000 Meter reicht, sollten Sie auf alle Wetterlagen von strahlendem Sonnenschein bis winterlichen Stürmen vorbereitet sein.
Sie sollten auf jeden Fall eine Sonnenbrille und Sonnenschutzcreme dabei haben.
Außerdem brauchen Sie unbedingt:
- windabweisende und warme Jacke und Hose
- windabweisende und warme Fäustlinge/Handschuhe
- warme Socken
- lange Unterhose, bevorzugt aus Wolle
- langärmliges Unterhemd, bevorzugt aus Wolle
- Mütze
- Wanderschuhe
- Lunchpaket und Trinken (empfohlen wird Wasser)
Die gesamte notwendige Ausrüstung wie Helm, Steigeisen, Klettergurt und Eispickel werden vom Folgefonni Breførarlag gestellt. Sie können gegebenenfalls auch Schuhe und Outdoorbekleidung leihen.
Saison
Mitte Mai – Mitte August
Preis
Ab 490 Kronen (inklusive notwendiger Kletterausrüstung)
Anreise zum Folgefonna Sommerskicenter
Mit dem Auto aus Bergen
Folgen Sie dem Riksvei 7 - vorbei an Arna und fahren Sie rechts in Norheimsund. Dann nehmen Sie den Riksvei 49 nach Tørvikbygd, von wo eine Autofähre nach Jondal übersetzt. Dort folgen Sie der Landstraße durch das Krossdalen bis hin zum Folgefonna.
Die Fahrzeit beträgt rund 2 Stunden und 30 Minuten.
Mit dem Auto aus Stavanger
Nehmen Sie den malerischen Riksvei 13 - über Laurvik, Oanes (oder Fähre direkt nach) Tau, Sand und Røldal. Dann fahren Sie nach Odda, Utne und Jondal. Von Jondal aus nehmen Sie die Landstraße durch das Krossdalen bis hin zum Folgefonna.
Die Fahrzeit beträgt rund 6 Stunden.
Mit dem Auto aus Oslo
Es gibt 2 Möglichkeiten:
A) Nehmen Sie die Europastraße 134 – vorbei an Drammen, Notodden, Seljord, Haukeligrend, Røldal, Odda bis nach Utne. Dann fahren Sie weiter nach Jondal. Von dort nehmen Sie die Landstraße durch das Krossdalen bis hin zum Folgefonna. Die Fahrzeit beträgt rund 7 Stunden und 30 Minuten.
B) Fahren Sie den Riksvei 7 entlang – über Sandvika, Hønefoss, Geilo, A) Notodden, Seljord, Haukeligrend, Røldal, Odda bis nach Utne. Dann fahren Sie weiter nach Jondal. Von dort nehmen Sie die Landstraße durch das Krossdalen bis hin zum Folgefonna. Die Fahrzeit beträgt rund 7 Stunden und 30 Minuten.
Fahren Sie den Riksvei 7 entlang – über Sandvika, Hønefoss,
Mit dem Auto aus Kristiansand
Nehmen Sie den Riksvei 9 über Evje und Hovden bis nach Haukeligrend. Dann nehmen Sie die Europastraße 134, die Sie durch Røldal und Odda bis nach Utne führt. Fahren Sie weiter bis nach Jondal und von dort aus folgen Sie der Landstraße durch das Krossdalen bis hin zum Folgefonna. Die Fahrzeit beträgt rund 7 Stunden und 30 Minuten.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Von Bergen nehmen Sie den Bus nach Norheimsund und von dort aus die Fähre nach Herand. Die Fähre verkehrt täglich zwischen dem 1. Mai und dem 30. September. Ab Herand fährt ein Skibuss/Gletscherbus, täglich zwischen Mitte Juni und Mitte August bis zum Gletscher und zum Skicenter. Die Fahrzeit von Bergen beträgt rund 3 Stunden. Zwischen Herand und dem Folgefonna müssen circa 50 Minuten eingeplant werden.